Wir schreiben den 14. November 61. Die gegenwärtige Zeit in Jarbanee ist 05:03. Nächster neuer Tag in: 0 Stunden, 44 Minuten, 01 Sekunden (Echtzeit) Die angesehenste Gilde Jarbanees zur Zeit ist: Arcanum Stellare!
Wie die starken Arme einer Mutter, die ihr Kind schützend vor allen Gefahren hielt, umgeben die Jorall-Berge das weitläufige Tal.
Mit Recht kann man behaupten, dass Jarbanee eine der größten Handelsstädte der nördlichen Himmelsphäre ist. Die Tore der Stadt mögen sich ob der Vielzahl an Händlern und Reisender kaum schließen und alle Unterkünfte unter dem Andrang schier bersten. Aber dies macht nicht jenen Aspekt aus, welcher Fremden den Mund vor Staunen öffnet. Jarbanee ist keine gewöhnliche Stadt. Sicherlich besitzt sie Mauern, um Feinde abzuwehren, Übel von den Bewohnern fern zu halten und vor den gefährlichen Drachen zu beschützen, doch gerade diese Probleme tangiert die Stadt wohl eher weniger, immerhin schwebt diese mehrere Meilen über der Erde. Ein Blick nach oben verheißt felsigen Grund gleich spitzen Zähnen, die anscheinend nur darauf warten ihre Beute zu greifen. Nicht, dass dies abschreckend wirkt, im Gegenteil, mögen die vielen Wasserfälle, die sich von dort oben in die Tiefe stürzen, geradezu ein märchenhaftes Bild zeichnen, die Felsen weniger bedrohlich wirken lassen. Weiße Mauern umgeben den Rand des schwebenden Plateaus, darin eingelassen etliche Tore und Öffnungen für die Wassermassen. Dreimal am Tag treffen an den Portalen Gondeln ein, welche den einzigen Transportweg zur Stadt darstellen und von der Kraft der Wasserfälle betrieben werden. Jarbanee ist mit Fendrien eine Siedlung auf dem Festland unterhalb der schwebenden Stadt, verbunden, welche von dem regen Handel mehr als nur profitiert. Die Ortschaft mag ob dessen zwar nicht weiter anwachsen, aber es war auch kein Bedürfnis der dortigen Bewohner zu expandieren. Doch eine jede Idylle zieht einen Schatten mit sich einher, welche das Gemüt einiger Bewohner zu trüben vermag. Abgeschieden vom Rest der Welt, muss sich das Tal selbst gegen die Übergriffe des Königs von Chalgory erwehren. Jener ist dafür bekannt ein erbarmungsloser Eroberer zu sein, dessen Söhne schon jetzt um den Thron streiten und selbst den ein oder anderen Flecken Land erobern, um die Gunst des Vaters zu gewinnen. Jahr für Jahr wächst das Reich Chalgory an, Jahr für Jahr werden mehr und mehr Männer, ob jung, ob Veteran einberufen in der königlichen Armee zu dienen, sodass es nicht verwunderlich sein dürfte, wenn im Land Höfe und Felder brach liegen und Chalgory allmählich vertrocknet und gar verwüstet. Kein Wunder also, dass König Banmor ein Auge auf das fruchtbare Tal geworfen hatte, welches die dort geborenen und aufgewachsenen Einwohner liebevoll "Fárlé e Tekèth" - das Herz der Mutter nennen. |
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